Die Wohnung, das Haus ist der zentrale
und wichtigste Ort des privaten Lebens der Familien und Haushalte.
Ein Dach über dem Kopf gehörte schon immer zu den
Grundbedürfnissen des Menschen; unsere Wohnwelt ist besonders
heutzutage aber auch eine Sphäre der Selbstdarstellung
und des Konsums. Diese Faktoren begründen die herausragende
Bedeutung des Haus-, Wohnungs- und Grundbesitzes für
unsere gesellschaftliche Ordnung.
Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist
die Verknüpfung von Eigentum und Verantwortung. Unsere
Eigentumsordnung bildet das Fundament unserer sozialen Marktwirtschaft.
"Eigentum verpflichtet" - das ist keine leere Formel.
Eigentum bindet den Menschen an ein lokales und regionales
Umfeld. Es begründet Verantwortlichkeiten, auch sozialer
Art. Weil das so ist, ist unsere Eigentumsordnung zugleich
Werteordnung - keineswegs nur im materiellen Sinne.
Vor diesem Hintergrund hat die Niedersächsische Landesregierung
den Schwerpunkt der Wohnungsbauförderung des Landes vom
sozialen Mietwohnbereich auf den Eigentumsbereich verlagert.
Für Familien mit Kindern soll die Schaffung von Wohneigentum
gefördert und sozial gestaltet werden. Eigentum bietet
den Familien Sicherheit für die Zukunft und Unabhängigkeit
von Mietpreisentwicklungen. Die Bildung von Wohneigentum erweitert
den persönlichen Freiheitsraum und sie ist ein wichtiger
Beitrag zur persönlichen Daseins- und Altersvorsorge.
Dabei wollen wir alles im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten
tun, um unserer bau- und wohnungspolitischen Verantwortung
gerecht zu werden.
In den nächsten Jahren, sogar Jahrzehnten wird der Wohnungsmarkt
maßgeblich von der demographischen Entwicklung bestimmt
werden - es wird in Niedersachsen gewaltige regionale Unterschiede
geben. Marktorientiertes Verhalten und vor allem Kundenorientierung
sind notwendig. In einem entspannten Markt hat der Nachfrager
Wahlmöglichkeiten. Von diesen Möglichkeiten macht
er zunehmend Gebrauch. Am Wohnungsmarkt wird eine Vielfalt
der Konsumentenwünsche sichtbar, wie wir sie bislang
nicht kannten. Dieses stellt Sie, die Haus- und Grundbesitzer,
vor große Herausforderungen; sowohl bei Vermietung als
auch beim Verkauf.
Weder das Land noch die Haus- und Grundbesitzer allein sind
in der Lage, den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden.
Wir stehen vor der Aufgabe, eine adäquate Wohnungsversorgung
in Niedersachsen sicherzustellen, den Problemen der Bauwirtschaft
wirkungsvoll zu begegnen und die Werthaltigkeit der Immobilie
zu sichern. Zum Wohle des Gemeinwesens, der Städte und
Gemeinden und nicht zuletzt des Haus- und Grundbesitzes müssen
Staat, Kommunen und Grundbesitzer hier partnerschaftlich zusammenarbeiten.
In diesem Sinne wünsche ich dem Eigentümertag Niedersachsen
2004 ein reges Besucherinteresse und einen guten und erfolgreichen
Verlauf.
Hannover, im Februar 2004
Christian Wulff
Niedersächsischer Ministerpräsident
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