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Haus & Grund Niedersachsen bei Haus & Grund Lingen


„Grundeigentum 2005 – Risiken – Herausforderungen - Chancen“ war das Thema des Hauptvortrages auf der Jahreshauptversammlung von Haus & Grund Lingen am 02. März 2005. Als Referent präsentierte sich der Vorsitzende des Landesverbandes Haus & Grund Niedersachsen, Rechtsanwalt Dr. Hans Reinold Horst.

Dr. Horst ist seit vielen Jahren als Fachautor, Fachdozent und Rechtsanwalt im Immobilienrecht tätig. Vor seinem Amtsantritt war er Chefjustitiar beim Bundesverband „Haus & Grund Deutschland“ in Berlin.

In seinem Vortrag widmete sich Verbandsvorsitzender Dr. Horst dem aktuellen Stellenwert des privaten Haus-, Wohnungs- und Grundeigentums in der Gesellschaft sowie den hieran geknüpften staatlichen Bergehrlichkeiten. Dass Eigentum mit seiner sozialen Bindung auch soziale Verantwortung trage, sei bereits im Grundgesetz zementiert. Die aktuell festzustellenden gesetzlichen und wirtschaftlichen Belastungen schaffen aber nicht nur ein negatives Investitionsklima, sondern drangsalieren die Immobilieneigentümer. Zu nennen ist insbesondere das anstehende Antidiskriminierungsgesetz mit katastrophalen Auswirkungen für die Wohnungswirtschaft.

Unzumutbar nannte Dr. Horst auch die bestehenden miet- und steuerrechtlichen Vorgaben. Neue Begehrlichkeiten sind bei der geplanten Erhöhung der Schenkung- und Erbschaftsteuer bereits entstanden. Auch die Diskussion um die Wiedereinführung der Vermögensteuer kommt nicht zur Ruhe. Für das Land Niedersachsen ist auf weitere drohende finanzielle Lasten durch die geplante Länderinitiative „Energetische Gebäudemodernisierung“ hinzuweisen. Die Städtebauförderung wurde für 2005 sogar völlig ausgesetzt, für die Folgejahre nicht beschlossen.

Verbandsvorsitzender Dr. Horst:
„Die investiven Rahmenbedingungen in das privaten Haus-, Wohnungs- und Grundeigentum sind schlecht“.

Wer Ursachenforschung betreibe, der werde neben staatlichen Begehrlichkeiten auf Grund schlechter Haushaltslage auch eine gewandelte gesellschaftliche Anschauung im Bezug auf die Funktion und die Rolle der Immobilie erkennen müssen. Diente die Immobilie früher als lebenslanger Lebensmittelpunkt für die Familie, so sei heute im Zuge der Mobilitätsgesellschaft ein Trend hin zur Lebensabschnittsimmobilie festzustellen. Vorwiegend beruflich veranlasst sei der Immobilieneigentümer gezwungen, seine Immobilie im Laufe seines Lebens mehrfach zu wechseln.

Haus- und Grund-Landeschef Dr. Horst:
„Dieses Modell funktioniert nicht. Der Immobilienmarkt in Deutschland steht dem krass entgegen. Amerikanische Marktverhältnisse sind nicht übertragbar."

Verbandsvorsitzender Dr. Horst sieht daher die Aufgabe seines Landesverbandes vorwiegend darin, die Immobilie in ihrer Funktion als privaten Lebensmittelpunkt für die Familie sowie als Instrument der Altervorsorge wieder zu sichern.

Dr. Horst:
„Dies ist nicht nur ein Verbandsinteresse, sondern dient als ordnungspolitisches Ziel durchaus dem Allgemeinwohl“.

Denn der Staat kann den Anspruch seiner Bürgerinnen und Bürger auf die Versorgung mit angemessenem Wohnraum nicht allein decken. 80% des geschaffenen Wohnraums in Deutschland ist das Ergebnis privater Investitionen. Deshalb – so Dr. Horst – sei es notwendiger denn je, durch Verbandsarbeit die aktuell schlechten investiven Rahmenbedingungen in wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht so zu verbessern, dass ein Engagement in den Wohnungsbau möglich bleibt.

© Haus & Grund Niedersachsen

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