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Nur wenige Radfahrer radeln mit Helm
Von der Pflicht für Fahrradhelme wollen immer weniger wissen

Die Befürworter einer generellen Fahrradhelmpflicht werden immer weniger. Nur noch 48 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren sprechen sich dafür aus. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 53 Prozent. Das ergab eine Studie der psychonomics AG im Auftrag der VGH Versicherungen. Unverändert ein Drittel ist für eine Helmpflicht bei Kindern bis 14 Jahren. Die Gruppe der Ablehner ist damit von 13 auf 18 Prozent gestiegen.

„Würden 48 Prozent tatsächlich einen Helm beim Radeln tragen, wäre das sogar erfreulich, aber leider sieht es auf deutschen Straßen ganz anders aus“, kommentiert die Unfallexpertin Jutta Wittich-Gurkau von der VGH das Ergebnis der Studie. Nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen trugen im Jahr 2010 gerade einmal 9 Prozent der Radfahrer einen Schutzhelm – ein Jahr zuvor waren es noch 10 Prozent.

Alarmierend ist der Wert bei Kindern:
Nur knapp vier von 10 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren waren mit Helm unterwegs – ein Jahr zuvor waren es noch deutlich über die Hälfte. Bei den Elf- bis Sechzehnjährigen waren es sogar nur noch 15 Prozent nach 23 Prozent im Jahr davor. „Interessant ist, dass mehr als die Hälfte der Fußgänger eine generelle Helmpflicht für alle Radfahrer befürworten“, erläutert Wittich-Gurkau, „dagegen aber nur 40 Prozent der Fahrradfahrer.“ Frauen sind nach wie vor deutlich sicherheitsbewusster als Männer: 52 Prozent sagen ja zum Helm, aber nur 44 Prozent der Männer schließen sich der Meinung an.

Besser die Frisur leidet als der Kopf
Während vor allem ältere Personen über 70 Jahre die Helmpflicht für nötig halten, sind die jungen Erwachsenen eher dagegen. „Das mag zum einen an einem geringeren Sicherheitsbewusstsein der Jüngeren liegen, zum anderen, dass sie einen Helm oft auch als uncool empfinden“, vermutet Jutta Wittich-Gurkau. „Dabei gibt es heute wirklich modische Modelle“, fügt sie hinzu. „Und besser die Frisur leidet als der Kopf“, gibt sie zu Bedenken. Letztlich seien alle Erwachsenen gefordert – ganz unabhängig von einer gesetzlichen Pflicht. „Denn es geht auch darum, Kinder dazu zu bewegen, einen Helm zu tragen.“ Und das gelinge am besten, wenn es Erwachsene vormachen.

Die Expertin erklärt, worauf beim Kauf zu achten ist:
„Wichtig ist, dass der Helm gut sitzt, denn wenn er passt, setzt man ihn auch lieber auf.“

  • Kinder sollten beim Kauf unbedingt dabei sein, um den Helm an ihre Kopfform anzupassen.
  • Der Helm sollte nicht drücken, aber auch nicht zu locker sitzen; Stirn, Schläfen und Hinterkopf muss er sicher abdecken.
  • Der Kinnriemen sollte breit und bequem sein und die Ohren nicht berühren. Er muss straff unter dem Kinn sitzen, damit er bei einem Sturz nicht verrutschen kann.
  • Wichtig ist auch eine ausreichende Luftzirkulation.
  • Vor allem bei Kinderhelmen sollte der Insektenschutz nicht fehlen.

Wittich-Gurkau: „Grelle Helmfarben und Reflektoren oder Blinklichter helfen außerdem, dass die Kleinen im Straßenverkehr auch gesehen werden. Billighelme sind nicht unbedingt schlecht, bieten aber meist weniger Tragekomfort und sind weniger belastbar." Die Expertin empfiehlt den Kauf beim Fachhändler. Einen Hinweis auf die Qualität geben auch die Prüfzeichen GS und CE.

Wittich-Gurkaus Fazit:
„Letztlich ist das Tragen eines Fahrradhelms in Deutschland zwar freiwillig, und auch die Unfallversicherung macht im Fall der Fälle keinen Unterschied.
Aber Fakt ist auch, dass ein Helm im Ernstfall Leben retten kann.“

Auch im Winter geschützt radeln
Den inneren Schweinehund zu überwinden und den Helm aufzusetzen ist schon bei schönem Wetter nicht leicht, bei Wind und Kälte umso schwerer. Die dicke Pudelmütze passt leider nicht unter den Helm. Hier helfen speziell auf Fahrradhelme abgestimmte wärmende Unterziehmützen. Es gibt sie aus winddichtem und atmungsaktivem Material. Für bestimmte Helmmodelle gibt es sogar die passenden Mützen dazu, sie werden mit Klettverschluss befestigt. Wer nicht so viel Geld in die Hand nehmen möchte, kann sich auch mit einem gut sitzenden Stirnband oder einer dünnen Sturmhaube behelfen. Und auch gegen Nässe gibt es das passende Outfit: Hier helfen wasserabweisende Helmüberzüge.

Mehr Informationen unter www.vgh.de

Über die VGH Versicherungen:
Die VGH ist der größte Versicherer in Niedersachsen – mit einem lückenlosen Angebot an Sach- und Personenversicherungen.
Rund 4.500 Mitarbeiter sind direkt oder mittelbar für den regionalen Marktführer tätig. Etwa 600 selbständige Versicherungskaufleute und ihre Mitarbeiter sowie die beiden VGH-Kooperationspartner, die Sparkassen und die LBS, bilden ein flächendeckendes Servicenetz. Nicht nur als Versicherer und Arbeitgeber, auch als Sponsor zahlreicher Projekte und Programme im sportlichen, kulturellen und sozialen Bereich engagiert sich die VGH traditionell für die Menschen in ihrem Geschäftsgebiet.

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