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Neunter Wohnungspolitischer Kongress in Hannover:
Wohnen attraktiv – vom Standort zum Lebensort

(Ho) Einer bereits guten Tradition folgend fand am 02.12.2010 der neunte Wohnungspolitische Kongress in Hannover unter dem Motto „Wohnen attraktiv – vom Standort zum Lebensort“ statt. Getragen vor allem vom Niedersächsischen Sozialministerium, der Niedersächsischen Förderbank (N- Bank) und dem Verband der Wohnungswirtschaft Niedersachsen/Bremen nahmen zirka 250 Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wohnungswirtschaft an der Fachtagung im Hannoverschen Kongresszentrum teil. In Fachforen wurden die Themen „Wohnen im Alter“, „soziale Netzwerke als Voraussetzung von Integration“ und „sicheres Wohnen“ behandelt. Sozialministerin Aygül Özcan betonte, dass für einen attraktiven Lebensort viele Faktoren zusammen spielen müssen. Insofern begrüßte sie, dass der Wohnungspolitische Kongress sinnvolle und nachhaltige Wege der städtebaulichen Entwicklung in Niedersachsens Städten und Gemeinden herausarbeite und durch die angebotene breite Palette an Fachthemen vertiefe.

Hauptreferent war der ehemalige ARD- Vorsitzende und heutige Vorsitzende der Geschäftsführung der RUHR. 2010, Dr. h.c. Fritz Pleitgen. Am Beispiel der Kulturhauptstadt Europas Ruhr 2010 berichtete er, wie sich eine traditionelle Industrieregion durch ein kulturelles Großprojekt vom Standort zum Lebensort wandeln kann.

In seinem „Zwischenruf“ widmete sich Senator a. D. Bernd Meyer, Verbandsdirektor des vdw Niedersachsen/Bremen, dem Thema „Demographie und Strukturwandel als Chance“. Meyer hob hervor, die Wohnungswirtschaft stelle sich im Neubau, bei der Bestandsentwicklung und der Bereitstellung von Dienstleistungen ihrer Verantwortung. Um Wohnstandorte attraktiv zu gestalten, seien intakte Nachbarschaften, eine gute Infrastruktur und ein breites Arbeitsplatzangebot zu erreichen, so Meyer. Bund, Länder und Kommunen seien in der Pflicht, substantielle Beiträge zur Entwicklung des Stadtquartiers zu leisten. „Wo man keine Arbeit findet, wo man keinen Arzt findet, wo man sich in seinem Wohnumfeld nicht wohlfühlt – dort können nur gemeinsame Initiativen Erfolg haben.“ Vor diesem Hintergrund die Städtebauförderungen, insbesondere das Erfolgsprogramm „soziale Stadt“ zu kürzen, sei eine fatale Entscheidung, deren Folgen vermutlich erst in einigen Jahren zu spüren sein werden, unterstrich Meyer. Zuvor hatte sich Haus & Grund Niedersachsen gemeinsam mit dem vdw Niedersachsen/Bremen und anderen wohnungswirtschaftlichen Verbänden auf Landesebene vehement gegen die beabsichtigte Kürzung der Städtebauförderung auf Landes- sowie auf Bundesebene ausgesprochen.

© Dr. Hans Reinold Horst

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