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Sind Sie (sich) noch sicher ???
Informationsveranstaltung von Haus & Grund Wolfsburg e.V.
zur Sicherheit und Gewaltprävention in Stadt- und Wohnquartieren

Dr. Hans Reinold Horst,Haus & Grund Niedersachsen,
Kurt Karlisch, Vorsitzender Haus & Grund Wolfsburg
Bild: © Sylvia Horst

(Ho) Schon anlässlich seiner diesjährigen Jahrestagung behandelte Haus & Grund Niedersachsen mit Betrachtungen und Einzelerörterungen zur Gewaltprävention und Sicherheit in Wohn- und Stadtquartieren für Haus & Grundeigentümer ein brennend aktuelles Thema.
Gemeinsam mit der Polizei Wolfsburg, der Berufsfeuerwehr Wolfsburg, Haus & Grund Niedersachsen sowie den Stadtwerken Wolfsburg AG, der Entricon, der Firma Thermat, der VGH Versicherung und der Sparkasse Gifhorn- Wolfsburg veranstaltete Haus & Grund Wolfsburg am 28.10.2010 eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema.

Den Eröffnungsvortrag hielt der Verbandsvorsitzende von Haus & Grund Niedersachsen, Dr. Hans Reinold Horst.
In seinen Betrachtungen zu Gewaltprävention und Sicherheit in Wohn- und Stadtquartieren für Haus & Grundeigentümer entwickelte er einen Maßnahmenkatalog, der sich in persönliche Maßnahmen, soziale Maßnahmen, städtebauliche Maßnahmen und in staatliche Maßnahmen der Kriminalprävention und Repression aufgliedern lässt. Dabei pochte Horst energisch darauf, dass staatliche Regeln des Zusammenlebens funktionieren müssen und nicht dazu da sind, um gebrochen zu werden. Anreize zu einem wieder erstarkenden gesellschaftlichen und sozialen Miteinander, enger werdende Netzwerke innerhalb von Nachbarschaften, Behörden, Sicherheitsdiensten und der Polizei, Bildungsangebote und Leistungsanreiz bildende Maßnahmen der jetzt anstehenden neuen Ausgestaltung von Sozialhilfe müssen die bisweilen stark egomanisch gefärbte Gesellschaft wieder zusammen wachsen lassen. Nur mit breiter Front könne den Gewaltbereitschaften Einzelner oder von Gruppen entgegen gewirkt werden. Städtebaulich seien durchmischte Wohn- und Stadtquartiere notwendig. Die Gefahr von Ghettobildungen dürfe nicht entstehen, so Horst. Unter Berücksichtigung datenschutzrechtlicher Aspekte müsse auch eine kriminalpräventiv motivierte Videoüberwachung nach dem Vorbild der Städte London und Monte Carlo diskussionsfähig werden.

In einem zweiten Vortrag befasste sich Horst Peter Ewert, Kriminalhauptkommissar der Polizei Wolfsburg mit vorbeugendem Einbruchschutz.
Seine Botschaft:
Es ist wieder soweit. Die Tage werden kürzer, die Finger von gewissen Leuten länger. Der Beginn der „dunklen Jahreszeit“ ist Beginn der Einbruchszeit. Häuser, möglichst abgelegen am Rand von Wohngebieten, aber auch Wohnungen, die den Eindruck des Leerstehens erwecken, sind beliebtes Ziel von Einbrechern und Dieben. Mit gezielten Gegenmaßnahmen lässt sich nichts verhindern, aber doch einiges erschweren und damit die unter Zeitdruck „arbeitenden“ Ganoven abschrecken. Wer nicht in kürzester Zeit einsteigen kann gibt auf!!

  • Offensichtliche Abwesenheit von Bewohnern, signalisiert durch längere Dunkelheit, runtergelassene Außenrollos und überfüllte Briefkästen, lockt die Einbrecher an wie die Motten das Licht. Daher sollte in unterschiedlichen Zimmern zu unterschiedlichen Zeiten die Beleuchtung an und aus gehen.
  • Gleiches gilt für die Außenrollos, diese sollten gegen Morgen hoch und am Abend wieder runter gefahren werden. Durch moderne Technik steuerbar oder durch einen netten Nachbarn durchführbar.
  • Post und Zeitungen sollten regelmäßig entnommen oder zwischengelagert b.z.w. nachgesandt werden.
  • Ein vernachlässigter Garten erweckt ebenfalls den Eindruck von Abwesenheit und lockt die potenziellen „Kunden“ an.
  • Das berühmte „Versteck“ für den Haustürschlüssel unter der Fußmatte oder im Blumenkasten für die aus der Schule kommenden Sprösslinge ist den Einbrechern mindestens so bekannt wie den Familienangehörigen und wie eine Einladung zum Diebstahl.
  • Eine zeitgesteuerte Außenbeleuchtung ist eines der effektivsten Abschreckungen, denn die Bezeichnung von Ganoven als „lichtscheues Gesindel“ kommt nicht von Ungefähr. Bereiche des Grundstücks, von der Straße oder der Nachbarschaft schlecht oder gar nicht einsehbar, sind bevorzugte Angriffspunkte der Einbrecher.
  • Die ideale, aber auch kostenträchtigste Einrichtung ist allerdings eine Alarmanlage möglichst mit Aufschaltung zu einem eigenen „Alarmcenter“. Hier gibt es bereits Anbieter einzelner Gebäudeversicherer. Moderne Technik unserer heutigen Zeit, die Kommunikation über Email oder in Abwesenheit geschaltete Anrufbeantworter (möglichst noch mit Zeitangaben wann man wieder erreichbar ist) sind ebenfalls große Hilfen für die Herren mit der Brechstange.
  • Einbruchshemmende Fenster- und Türbeschläge sind bei Neuerstellung von Häusern und Wohnungen heute fast Standart, aber in älteren Gebäuden immer noch selten anzutreffen.
  • Eine Nachrüstung durch Die effektivste und kostengünstigste Variante aber ist der Mensch.
    Ein wachsamer Nachbar, ein Familienangehöriger oder guter Freund der in Abwesenheit mal einen Blick auf das Eigentum seiner Mitmenschen wirft oder sich hin und wieder auf dem Grundstück aufhält, ist der Schutz vor Einbrechern schlechthin. Auch wenn die Dreistigkeit dieser Personen immer größer wird und heute noch traumatisierten Hausbewohnern während des Schlafens Wertgegenstände vom Nachttisch gestohlen haben ohne dass diese etwas von dem „Besuch“ mitgekriegt haben.

Das Informationsangebot wurde in einem dritten Vortrag abgerundet durch die Feuerwehr Wolfsburg mit zahlreichen und wertvollen Hinweisen sowie Tipps zur Brandvorbeugung, zur Brandbekämpfung und zum richtigen Verhalten als Hausbewohner, wenn man im Haus einen Brand feststellt. Der Vortrag wurde durch Praxisübungen und Demonstrationen der Feuerwehr - im Außenbereich vor der Tagungshalle - unterstützt.

Für das leibliche Wohl sorgte die Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg. Ihr sowie den Stadtwerken Wolfsburg ist für den hochinteressanten und beeindruckenden Tagungsort in der Fahrzeughalle des Busbetriebshofes herzlich zu danken.

© Dr. Hans Reinold Horst

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