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Brandfall: Wie verhalte ich mich, wenn das Haus brennt?

(Ho) Es brennt, es brennt, die Feuerwehr muss kommen, fiderallalla, fiderallalla... So heißt es bereits im alten deutschen Liedgut. Daraus leitet sich ab: Sofort die Feuerwehr im Brandfalle anrufen und ebenfalls sofort Leib und Leben in Sicherheit bringen. Gesundheit und Leben sind unverzichtbar und unwiederbringbar.

Papiere lassen sich dagegen wiederbeschaffen, liebgewonnene oder auch wertvolle Gegenstände ersetzen oder auch vermissen. Ist aber das Wichtigste griffbereit, kann es sinnvoll sein, es auch einzustecken, wie z. B. Dokumente. Denn es ist bisweilen langwierig und mühevoll, Dokumente als Ersatz wiederzubeschaffen.

Im Brandfalle tut Eile Not. Gefahr, Hektik und oftmals der eigene Schock führen dann dazu, dass man nicht mehr rational nachdenkt. Deshalb sollte man im Vorhinein bedenken, was an Dokumenten oder an Gegenständen besonders wichtig erscheint. Diese müssen gerettet werden. Eine Notfallmappe erleichtert die Entscheidung, worauf es ankommt. Hier gibt es auch kommunale und kommerzielle Anbieter. Günstiger ist es aber, selbst eine solche Notfallmappe zusammenzustellen. Am besten wird sie griffbereit an einem gut erreichbaren Ort aufbewahrt.

Je nach Ausführung sollten die Mappen neben Fächern für Papiere vor allem Daten enthalten:

  • Die Anschrift von Ärzten sowie Medikamentenverordnungen,
  • Bankverbindungen, Kontonummern,
  • Versicherungen und
  • Vollmachten.

Durchwahlen und Ansprechpartner helfen bei der Wiederbeschaffung von Dokumenten.

  • Wirklich wichtige Unterlagen aber gehören auf jeden Fall an einen sicheren Ort außerhalb der eigenen vier Wände, so z. B. in einem Banktresor.
  • Testamente oder Grundbuchauszüge gehören in die Obhut eines Notars.

Versicherungsscheine dagegen müssen nicht zwingend im Tresor aufbewahrt werden. Die Unternehmen verfügen über Doppel von Verträgen. Versicherungskunden sollten aber wissen, wo sie wirklich versichert sind.

Auch Finanzämter stellen für bereits eingereichte Steuererklärungen sowie für ergangene Steuerbescheide grundsätzlich Kopien zur Verfügung. Brandopfer müssen dafür allerdings zahlen. Sind Belege für künftige Steuererklärungen vernichtet worden, kann die Behörde den Angaben des Beschädigten Glauben schenken – sie muss das natürlich nicht.

Die Deutsche Rentenversicherung benötigt etwa 4 Wochen, um Ansprüche zu rekonstruieren. Dazu genügt der Behörde die Versicherungsnummer. Für Personalausweise reicht den Meldeämtern in der Regel ein Blick in den Computer. Die Identitätsprüfung erfolgt dabei über den letzten Ausweisantrag.

Zum guten Schluss:
Brandopfer greifen eher selten nach vermeintlich lebenswichtigen Dokumenten – sie nehmen mit, was ihnen am Herzen liegt wie z. B. Omas altes Fotoalbum. Das ist nicht nur nachvollziehbar, sondern grundsätzlich in Ordnung. Man sollte sich nur darüber klar sein, wo man Prioritäten in dem Falle setzt, in dem man es bei einem Brand wirklich eilig hat, aus dem Haus zu gelangen.

© Dr. Hans Reinold Horst
10. Oktober 2008

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