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Stromfresser im Haushalt

(Ho) Elektrogeräte in Haushalten verbrauchen im Stand-by-Betrieb 18 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr – das ist die Jahresproduktion von 2 Kernkraftwerken. Deshalb fordern Politiker ein Verbot der heimlichen Stromfresser. Nach Meinung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ist dies jedoch unrealistisch, weil Stand-by für den Verbraucher Komfort bedeute. Stand-by ist für die Fernbedienung notwendig, sorgt für Speicherfunktion, Kontrollanzeigen, Steuerungen und vieles andere. Dennoch könnten rund sechs Milliarden Kilowattstunden eingespart werden, wenn die Hersteller hierfür die modernste Technik einsetzen würden. Die geringen Mehrkosten würden sich durch eingesparte Stromkosten schnell auszahlen.

Dazu der Tipp von Haus & Grund Niedersachsen:

Gerade bei Fernsehern sollte kein Stand-by-Betrieb vorherrschen, insbesondere nachts sollte das Gerät immer ganz ausgeschaltet sein. Stand-by-Betrieb hat bereits mehrfach bei defekten Geräten zu Bränden geführt, was die Bewohner das Leben gekostet hat. Neben Stromverbrauchskosten sind also vor allem brandpolizeiliche Gründe dafür maßgebend, das Gerät endgültig auszuschalten. Im Übrigen wird bei Fernsehern im Stand-by-Betrieb die Bildröhre nicht entmagnetisiert. Das führt zu einem höheren Verschleiß und zu einer kürzeren Lebensdauer, ist also wiederum kostenträchtig.

Die wenigsten Verbraucher wissen, dass ein Gerät selbst dann noch Strom verbraucht, wenn es ausgeschaltet ist. Dieser Zustand verschlingt nach Angaben des Fraunhofer-Instituts weitere drei Milliarden Kilowattstunden. Hier empfiehlt das Institut eine gesetzliche Verpflichtung zum Einbau von echten Netzschaltern.

Weitere verborgene Stromfresser sind

  • die für den Fernsehempfang immer häufiger erforderlichen Set-Top-Boxen,
  • Internetrouter und
  • Niedervolt-Halogenleuchten mit Transformator,

also Geräte, die häufig rund um die Uhr unnötig Strom verbrauchen.

Ein Feldtest des Fraunhofer-Instituts hat gezeigt, dass Haushalte überwiegend mit Halogenlampen bis zu 20 % der Stromrechnung für die Beleuchtung ausgeben, in Haushalten mit Energiesparlampen sind es nur 5 %.

© Dr. Hans Reinold Horst
Mai 2007

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