Home > Nachbarn als „Big Brother“
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(Ho) Wir alle kennen das geflügelte Wort George Orwells „Big Brother is watching you“ – Der große Bruder beobachtet dich. Schon im Jahre 1948 gab George Orwell damit seiner Furcht vor einer ständigen lückenlosen Beobachtung jedes einzelnen Bürgers durch den Staat durch technische Medien Ausdruck. Der „Big Brother“ etablierte sich als geflügeltes Synonym für jede Art von ständiger Beobachtung und von Voyeurismus. Einige Fernsehmedien halfen mit ganzen Sendestaffeln unter diesem Titel kräftig nach. Kein Wunder, dass inzwischen eine besondere Sensibilität in der Gesellschaft zu diesem Thema entwickelt wurde. Insbesondere in den eigenen vier Wänden möchte jeder gern ungestört sein. Doch nicht immer ist diese Privatsphäre so geschützt. 50 % aller Deutschen fühlen sich von ihren Nachbarn beobachtet. Dies engt die Betroffenen in ihrem Privatleben ein und führt teilweise sogar dazu, dass sie ihren Wohnort verlassen.
Für die meisten sind lästige Blicke der Nachbarn allerdings kein Grund, ihre Wohnung oder ihr Haus aufzugeben oder gar umzuziehen. Doch gerade diejenigen, die die Beobachtung sehr belastet, sehen in einem Wohnortwechsel eine mögliche Lösung der Probleme. Eine Umfrage ergab, dass jeder Zweite der sich gestört fühlenden über einen Umzug nachdenkt. Vereinzelt wird sogar eingeräumt, wegen „spionierender Nachbarn“ schon einmal umgezogen zu sein. Viele der Befragten treffen Maßnahmen gegen die Blicke der neugierigen Nachbarn. Gardienen oder Jalousien an den Fenstern sind am meisten verbreitet (51 %), gefolgt von Sichtschutz etwa durch hohe Hecken (26 %) und durch das Vermeiden von Licht im Dunkeln (11 %). Immerhin ein Drittel aller Umfrageteilnehmer schützt sich gar nicht davor, beobachtet zu werden. Nur die wenigsten sprechen ihren Nachbarn direkt auf das Problem an. Immer häufiger landen solche Fälle vor Gericht.Die Justiz zeigt sich in der Bewertung ungewohnt einig: © Dr. Hans Reinold Horst
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