Selbstnutzer, Vermieter
und Mieter müssen sich auf erhebliche Erhöhungen bei den Nebenkosten
einstellen. Dafür verantwortlich sind dramatisch explodierende Energiepreise,
hohe kommunale Abgaben, und immer teurere Reparaturen. Einsparungen sind
nötig, aber auch möglich.
Dazu folgendes Vorschläge:
- Heizungs- und Warmwasserkosten
Bei den Heizungs- und Warmwasserkosten hat es der Bewohner
zunächst selbst in der Hand, die Kosten zu begrenzen. Das Absenken
der Raumtemperatur um 1 Grad bringt eine Kostenersparnis von
immerhin 8 %. Eine vernünftige Absenkung der Raumtemperatur
ist jedoch nur möglich, wenn an den Heizkörpern funktionierende
Thermostat-Ventile vorhanden sind. Sie sollten zu Beginn der Heizsaison
überprüft werden. Selbstverständlich muss auch dafür
gesorgt werden, dass die zentrale Heizungsanlage ordentlich gewartet
und gereinigt ist. Vielleicht sollte im nächsten Frühjahr
auch im Vorfeld des anstehenden Energiepasses an eine grundsätzliche
Sanierung der Heizung mit Kosteneinsparungen im Verbrauchsbereich gedacht
werden.
- Verbrauchsbezogene Kostenverteilung fördern
Es liegt nahe, dort am meisten zu sparen, wo der finanzielle
Einspareffekt am größten ist. Daher muss geprüft werden,
nach welchem Maßstab die Heizkosten in der Wohnanlage
verteilt werden. Im Rahmen der Vorschriften ist es zulässig, dass
Heizkosten mindestens zu 50 %, höchstens zu 70 %
nach dem gemessenen individuellen Verbrauch verteilt werden. Dabei liegt
es auf der Hand, dass mit 70 % verbrauchsbezogener Kostenverteilung
der Spareffekt für die kostenbewussten Bewohner am höchsten
ist. Daher ist zu empfehlen, die letzte Heizkostenabrechnung auf die
Kostenverteilung überprüfen zu lassen. Ist der verbrauchsbezogene
Kostenanteil geringer als 70 %, sollte zumindest in Wohnungseigentumsanlagen
in Erwägung gezogen werden, rechtzeitig vor der nächsten Eigentümerversammlung
den Antrag zu stellen, den Verteilerschlüssel zu ändern.
Achtung:
Das geht bei Vermietungsverhältnissen nur durch eine gemeinsame
Änderung des Mietvertrags mit dem Mieter.
- Wirtschaftsplan nicht kritiklos hinnehmen
Nicht nur die Energiepreise sorgen für
Unbehagen, sondern auch an anderen Stellen laufen uns die Kosten davon.
Daher sollten von Jahr zu Jahr alle Positionen des Wirtschaftsplans
in Wohnungseigentümergemeinschaften kritisch unter die Lupe genommen
werden. In den Müllabfuhrgebühren steckt
oft Einsparpotenzial. Sachgerechte Sortierung und Entsorgung hilft oft,
die Kosten hierfür einigermaßen im Griff zu halten. Wasserkosten
lassen sich am besten durch individuelle Verbrauchserfassung niedrig
halten. Das hilft dann auch, die Gebühren für Schmutzwasser
zu senken. Auch in vielen Gemeinden separat erhobene Gebühren für
Niederschlagswasser sind niedriger, wenn unnötig
versiegelte Flächen entsiegelt werden, in dem sie z. B. aus einer
asphaltierten eine mit Gittersteinen versehenen Fläche machen.
- Nicht am falschen Ende sparen
Wichtig ist der Hinweis, dass nicht am falschen Ort
gespart werden darf. So kann z. B. zu sparsames Heizen zu Feuchtigkeit
und Schimmelbildung führen, insbesondere bei falschen
Lüftungsgewohnheiten. Ein Aufschieben von notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen
kann die späteren Kosten nachhaltig erhöhen. Bei Wohnungseigentümergemeinschaften
hat eine Senkung der Instandhaltungsrücklage schon viele Eigentümergemeinschaften
in arge Nöte gebracht.
Fazit:
Kostenbewusstsein ist angesagt! Eigentümer, Mieter und bei Wohnungseigentümergemeinschaften
Beirat und Hausverwaltung sollten regelmäßig die Kostenentwicklung
kontrollieren und für einen Meinungsaustausch zu diesem
Thema sorgen.
© Haus & Grund Niedersachsen
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